60 Jahre Lions Club Essen-Werethina
Lions Club Essen-Werethina
60 Jahre soziales Engagement – Ein guter Grund zum Feiern, oder?
Soziale Arbeit macht Spaß, bringt einen aber manchmal auch richtig in den Schweiß. Und dann möchte man feiern und schon wieder gerät man bei sommerlichen, wunderbaren Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius…. Jawohl: Ins Schwitzen!

FOTO: Peter Wieler
Im Erich-Brost-Pavillon auf dem Welterbe Zeche Zollverein feierte unser Lions Club Essen-Werethina seinen 60. Geburtstag und erinnerte an seine Gründungssitzung am 18. Januar 1965. Damals hat man, da der erste Lions Club in Essen zu groß wurde, mit 9 Gründungsmitgliedern, die Idee verwirklicht, einen zweiten Essener Lions Club zu gründen. Der erste Essener Club und der Gründungspate ist der LC Essen. Es wurde mit der neuen Namensgebung auf die beiden bedeutendsten historischen Wurzeln der heutigen Stadt Essen hingewiesen, auf die geistlichen Fürstentümer Reichsstift Essen und Reichsabtei Werden: So bekam der LC Essen den Namenszusatz Assindia und unser 1965 neu gegründeter Club den Namen Essen-Werethina. Damit ist er der zweitälteste Lions Club in Essen.
In den vergangenen 60 Jahren wurden viele Hilfsprojekte gefördert und angeschoben und dafür bis heute weit über 1.500.000 € gesammelt. Das Geld für diese vielen Projekte kommt hauptsächlich aus unseren Gala-Benefiz-Konzerten, die Werethina seit über 40 Jahren in einem großen Rahmen veranstaltet. Da die Aufzählung unserer zahlreichen Hilfs- und Förder-Projekte zu viel Platz in diesem Bericht erfordern würde, ist jeder Leser gerne eingeladen auf unserer Website werethina.de zu stöbern, um Einzelheiten zu erfahren.
Nun ja, und wenn wir uns erlauben unseren runden Geburtstag groß zu feiern, dann möchten wir auch etwas Außergewöhnliches auf die Beine stellen. Zum 50. Geburtstag war es ein Zirkusprojekt mit den Kindern des Matthias-Sommer-Hauses der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung (FFCS) in Essen-Steele. Dieses damalige Event war sehr erfolgreich und nachhaltig und in regelmäßigen Abständen wird dies in der FFCS zusammen mit den dort lebenden Kindern wiederholt.
In diesem Jubiläumsjahr hatten die Verantwortlichen die gute Idee, die Jugendlichen der FFCS an und aufs Wasser heranzuführen. Also wurde ein Segel- „Abenteuer“ unter dem Motto „Kleine Seelöwen“ für knapp 40 Kinder der FFCS, das über ein halbes Jahr dauern und mit einem Highlight enden sollte, geplant.
Begonnen wurde mit der Einführung über die diversen Arten von Fahrzeugen, Booten und Schiffen, die sich auf dem Wasser bewegen. In einem weiteren Treffen wurden die Fachbegriffe des Segelns erklärt. Und da sich bei einigen Kindern durchaus leichte Ängste bezüglich des Elementes Wasser auftaten, gehörten auch zwei Treffen bei der DLRG Essen zur Aufklärung. Die engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter taten ihr Bestes, um den Kindern ihre Ängste zu nehmen. Hier war der Höhepunkte beider Tage sicher das Fahren auf den Rettungsbooten…und das häufig bei Höchstgeschwindigkeit.
Nun war für eine eventuelle Rettung der Kinder schon einmal gesorgt. Es brauchte also nur noch etwas weitere Theorie und auch Praxis, um jetzt ein Segelboot auf dem Wasser zu bewegen. Die Segelschule Moby Dick machte dieses an zwei Tagen möglich. Bei heftigem Regen und leider wenig Wind konnten die Kinder jedoch am Ende der Ausbildung eigenhändig und selbstständig eine Segeljolle steuern. Ein richtig toller Effekt für das Selbstvertrauen der Jugendlichen.
Nun stand das Highlight an: Ein viertägiger Törn mit zwei Plattbodenschiffen auf dem Ijsselmeer. Die Jugendlichen waren absolut freudig aufgeregt und hatten prächtig gestaltete Crew-Shirts bekommen. Als sie in Lemmer ankamen, regnete es jedoch mal wieder; das waren die Kids bereits gewöhnt, denn wir hatten erklärt: Segeln ist ein Wassersport“; Bei „orkanartigen“ Winden und „monsunartigen“ Regenfällen, so der Kindermund, wurden Segel gehisst und der richtige Kurs Richtung Enkhuizen eingeschlagen. Dort traf sich die Segel-Gruppe mit den an Land mitgereisten Lionsfreunden vonWerethina und unserem Jumelage-Club Hoorn de Doelen.
Der nächste Tag begann damit die Plattbodenschiffe Richtung Zuiderzee-Museum zu steuern und das Museum zu besuchen. Von dort aus segelte die Crew zu einem Naturhafen zwischen Ijssel- und Marker Meer. Am letzten Morgen ging es dann bei herrlichem Wetter und viel Wind segelnd wieder Richtung Lemmer.
Resultat: Die Kinder hatten in den letzten Monaten sehr viel über sich und die anderen Kids sowie das Segeln lernen können, sie gewannen Selbstvertrauen und haben einen richtig beeindruckenden Teamgeist entwickelt.
Hier geht auch der Dank an alle Sponsoren, SpenderInnen, MitarbeiterInnen der FFCS und an die über 30 Lionessen und Lionsfreunde unseres LC Essen-Werethina, die sich an dieser großartigen Aktion tatkräftig und engagiert beteiligt haben.
Mal sehen, was wir bis zu unserem 75. Jubiläum an „We serve“ von unseren sehr aktiven Mitgliedern und Lionessen noch zu erwarten haben! Ich bin sehr zuversichtlich! Denn es ist ein tolles Team!
Frank Brügma



